Mein 50. KIVA-Mikrokredit geht nach Armenien

Gestern gesellten sich in mein KIVA-Profil Die Mikrokredite Nr. 50 und 51! Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, dass ich meinen ersten Mikrokredit bei KIVA vergeben hatte. Doch tatsächlich datiert mein erster KIVA-Kredit auf den 28. Dezember 2009 und damit sind es schon knapp 18 Monate.


Meine bisherige Bilanz: 51 Mikrokredite in Höhe von 25 US-Dollar in 36 verschiedene Länder. Davon zu diesem Zeitpunkt 29 bereits zurückgezahlt. Sonst hätte ich ja auch gar nicht bereits 51 Kredite geben können, weil meine finanziellen Mittel dafür nicht reichen würden. Vielmehr versuche ich bei meinen KIVA-Aktivitäten nur Laufzeiten von 6 Monaten zu berücksichtigen. Ausnahmen mache ich zurzeit noch, um meine KIVA-Ländersammlung zu erweitern. So sind diesen Monat der Kongo, Georgien und Armenien dazu gekommen. Übrigens gibt es zurzeit laut offizieller Statistik genau 60 Länder, in denen KIVA-Partnerorganisationen Mikrokredite vermitteln. Ich werde also bei meinem jetzigen Tempo noch locker anderthalb bis zwei Jahren brauchen, bis ich meine Ländersammlung komplettiert habe – abgesehen von dem Aspekt, dass aus gewissen Ländern wie z.B. Bosnien und Herzegowina schon seit längerer Zeit kein Kredit mehr angeboten worden ist.

Mein 50. KIVA-Kredit ging somit an den 62-jährigen Bauern Aghabek Ziroyan aus Sevan. Wenn alles klappt, wird der davon seinen Tierbestand vergrößern und von den zusätzlichen Einnahmen das Geld in den nächsten 14 Monaten zurückzahlen können.


Und zum Abschluss dieses Postings wieder ein Beitrag aus der beliebten Reihe: Was wäre, wenn auch du jetzt auf den Geschmack gekommen wärst. In diesem Fall würden dir in diesem Augenblick laut KIVA-Suchoberfläche 871 Mikrokredite zur Auswahl stehen.

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Probleme der Entwicklungshilfe in Spiegel-Online-Artikel

Spiegel-Redakteur Horand Knaup zeichnet in seinem lesenswerten Spiegel-Online-Artikel “Wie die gute Absicht in Kenia scheitert” ein düsteres Bild von einem Schulprojekt im kenianischen Nairobi, das trotz persönlichem Einsatz eines ortskundigen deutschen Ehrenamtlichen an der örtlichen Korruption und Gesetzlosigkeit zu scheitern droht. Anscheinend wurde das Gebäude mehrmals abgerissen, ohne dass die Schulbetreiber und Förderer genaue Informationen zu den Gründen erhalten konnten. Nun vermuten sie, dass jemand sich auf illegalem Wege das Bauland aneignen will, ein Phänomen namens Land grabbing.

Knaup verfolgt bereits seit mehr als 15 Jahren die Thematik und hat 1996 das Buch “Hilfe, die Helfer kommen!” dazu veröffentlicht. Unverständlicher Weise ist es nicht mehr im Handel erhältlich, obwohl das Thema Entwicklungshilfe in den letzten Jahren nicht ein bisschen an Relevanz verloren hat. Der Autor verfügt also über umfangreiches Vorwissen, wenn er anlässlich des Falles in Kenia über die generellen Probleme der modernen Eigenregie-Entwicklungshilfe schreibt:

Vor Ort treffen die Helfer auf Probleme, Bräuche und Konflikte, von denen sie zu Hause nicht die geringste Ahnung hatten. Denn kaum treten sie auf den Plan, verändert sich alles: Die Erwartungen der Empfänger explodieren, die Preise auch, für Mieten und Grundstücke genauso wie für Ersatzteile und Löhne. Mal sind die Baumaterialien von miserabler Qualität, mal die Arbeitsleistungen. Hier sind Landkonflikte ungelöst, dort streiten an frisch gebohrten Brunnen Menschen und Tiere ums Wasser, und auch schicke, neue Schulen nützen wenig, wenn es keine Schulbücher gibt und die Lehrer keinen regelmäßigen Lohn erhalten.

Was bedeutet das für KIVA? Nun einerseits mag man argumentieren, dass von den KIVA-Mikrokrediten keine Schulen gebaut, sondern Kleinunternehmer unterstützt werden. Und das stimmt. Auf den zweiten Blick aber bietet ein gesunder Mittelstand wie er durch KIVA erst möglich wird die Basis für ein reguläres Schulsystem, bei dem Gebäude, Lehrkräfte über Steuern finanziert werden. So gesehen erscheint mir die Hilfe über Mikrokredite nachhaltiger und effektiver für alle Beteiligten – nicht zuletzt weil das Geld nicht gespendet, sondern nur geliehen ist und deswegen mehrfach verliehen werden kann. In diesem Moment stehen bei KIVA übrigens 85 Mikrokredite aus Kenia zur Auswahl, davon 23 aus dem Raum Nairobi.

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KIVA-Artikel in der Zeitung “Die Zeit”

Kurzform: Leute, lest diesen tollen Artikel über KIVA auf Zeit Online und leitet ihn via Facebook, Twitter und E-Mail an interessierte Freunde weiter!

Langform: Wer die Kommentare in deutschen Blogs oder Medien liest, bekommt den Eindruck, dass bis jetzt in der Bundesrepublik gegenüber dem Konzept von KIVA noch eine Menge Skepsis und Misstrauen herrscht. Dass finde ich umso bedauerlicher angesichts der Tatsache, dass (laut dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen, DZI) die Summe der Gesamtspenden der deutschen Bürger jährlich eine Summe von bis zu 5 Milliarden Euro erreicht. Man stelle sich vor, welche entwicklungspolitische Kraft KIVA entwickeln könnte, wenn nur ein Promille dieser Spendensumme dort wirken würde. Hinzu kommt, dass geliehenes Geld ja mehrfach verliehen werden kann und letztendlich für den Kreditgeber nicht verloren geht, während die vom DZI genannten 5 Milliarden nach meinem Verständnis ein einziges Mal gespendet und dann ausgegeben werden.

Ich bin zuversichtlich, dass KIVA auch aus Deutschland noch viele Mitglieder erhalten wird, sobald sich die Idee herumgesprochen hat und die deutschen Medien genügend objektive Berichte dazu gebracht haben. Den Anfang hat heute erfreulicherweise die Wochenzeitung “Die Zeit” gemacht. Die nicht wirklich kreative Überschrift “Mikrokredite – Mein gutes Geld” verrät auf den ersten Blick nicht, welch journalistische Text-Perle sich dahinter verbirgt. Journalist Reiner Luyken (Homepage/Wikipedia-Eintrag) hat einen wie ich finde objektiven und zugleich persönlichen Zugang zu dem trockenen Thema Mikrokredite gefunden. Über den im heutigen Journalismus schon selten gewordenen Zeitraum von mehr als einem Jahr ist er mehrfach selbst ins afrikanische Sierra Leone gereist und hat dort eine vertrauensvolle Beziehung mit einer KIVA-Kreditnehmern aufgebaut, um nachhaltig die Auswirkungen eines Kredits in Höhe von 875 US-Dollar (Gegenwert aktuell ca. 600 Euro) beurteilen zu können.

Über 4.300 Wörter/28.500 Zeichen schildert der Autor den familiären und beruflichen Hintergrund der zur Kreditvergabe 32-jährigen Restaurantbetreiberin Kumba Moore. Er gibt ebenfalls Einblick in die Arbeitspraxis des lokalen KIVA-Partners Salone Microfinance Trust (SMT) und spart das Thema der hohen Zinsen von im Beispielfall 24 Prozent nicht aus. Im ersten Moment drängt sich natürlich die Frage auf, warum jemand Continue reading

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KIVA-Autokennzeichen “KI-VA”

Aufmerksamen Augen bieten deutsche Autokennzeichen regelmäßig Grund zum Schmunzeln. Da sieht man Bad Segeberger durch die Lande fahren, die sich als SE-XY betiteln oder Göttinger, deren Wagen GÖ-RE vor sich her trägt.

Kieler Fans der Mikrokredite-Organisation KIVA bieten sich da noch ganz andere Perspektiven, wie auf dem Beispielfoto mit dem Kennzeichen “KI-VA” dokumentiert, bei dem ich die Nummern aus Datenschutzgründen unkenntlich gemacht habe:

kiva-autokennzeichen-kivaTheoretisch sollte das auch bei Kölnern (Kennzeichen “K”) klappen, falls sich die Beamten zu einem “K-IVA” überreden lassen.

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KIVA-Homepage Relaunch

Ich hatte ja noch gar nichts zum Relaunch der offiziellen KIVA-Homepage geschrieben, was auf den ersten Blick hauptsächlich ein Re-Design zu sein scheint. Bei näherer Betrachtung finden sich an vielen Stellen auch inhaltliche Verbesserungen. So sind zum Beispiel bei der wichtigsten aller Seiten, der “Lend”-Seite, auf der die passenden Kreditnehmer zur Auswahl stehen, zusätzliche Optionen eingefügt worden. In den “Advanced Options” unten links in der linken Seitenspalte lassen sich die Kredite auf Basis der statischen Informationen der lokalen KIVA-Partner sortieren. Wer also auf Nummer sicher gehen will, kann so nur Kredite anzeigen lassen, bei denen es z.B. zu keinen Verlusten durch schwankende Wechselkurse kommen kann oder bei denen durch die hohe Bewertung und Rückzahlungsquote der KIVA-Partnerorganisation die Risiken minimiert sind, dass es zu einem Verlust des Geldes kommen könnte.

Diese und andere Optionen hat bereits zuvor das kostenlose Zusatz-Tool “Kivabank” bzw. “Kivalens” angeboten, das allerdings die Installation von Microsoft Silverlight auf dem eigenen Computer erfordert. Diese Funktionen nun bereits in die Original-Oberfläche zu integrieren ist ein löblicher und praktischer Schritt der KIVA-Verantwortlichen.

Leider habe ich kein Bild von der alten Seite, um die Veränderung darstellen zu können. Hier zur Veranschaulichung ein Screenshot der neuen KIVA-Lend-Seite:

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Acht neue Länder in meiner Sammlung

Eben kamen die monatlichen Rückzahlungen auf meinem KIVA-Konto an. Ich habe natürlich sofort wieder neue Kredite unterstützt und konnte dabei meine “Ländersammlung” erweitern. Als ich vor sechs Wochen in einem Blogbeitrag mein Profil ausführlich dargestellt hatte, waren dort 37 Kredite in 24 verschiedene Länder aufgeführt. Bis heute ist diese Zahl auf 45 Kredite in 32 verschiedenen Ländern angewachsen.

Hinzugekommen sind unter anderem Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Palästina. Doch auch weitere meiner “Neuzugänge” wie Togo, Senegal, der Libanon und Kolumbien gehören sicher nicht zu den ersten Adressen für klassische auf möglichst hohe und sichere Rendite fokussierte ausländische Investments. Umso wichtiger, dass KIVA mit seinen lokalen Partnerorganisationen die Möglichkeit bietet, die dortigen Kleinunternehmer zu fördern und umso wichtiger, dass KIVA-Nutzer von diesem Angebot auch Gebrauch machen.

Um überhaupt KIVA-Kredite in die genannten Ländern geben zu können, habe ich mich von meinen Prinzip verabschiedet, nur Kredite mit einer Laufzeit von sechs Monaten zu unterstützen. Die Laufzeit bewegte sich zuletzt zwischen 12 und 14 Monaten, im Fall von Palästina sogar bei 27 Monaten.

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KIVA-Lender Page und ihre statistischen Möglichkeiten

Am Beispiel meines eigenen KIVA-Portfolios mit bis zum heutigen Zeitpunkt 37 Mikrokrediten möchte ich hier einen kleinen Einblick in die zahlreichen statistischen Funktionen der KIVA-Lender Page geben. Es handelt sich um eine Seite die jeder KIVA-Kreditgeber sich auf Wunsch einrichten und mit Informationen über sich versehen kann. Meine derzeitige KIVA-Lender Page lässt sich unter der Adresse http://www.kiva.org/lender/jomus aufrufen. Ich habe zur Verdeutlichung in diesen Beitrag ein paar Screenshots eingebaut.

Schön: In Form einer Liste oder einer Weltkarte werden die bis zum jeweiligen Moment gegebenen Kredite aufgeführt und lassen sich anklicken und im Detail nachvollziehen:

2011-02-meine-kiva-loans-weltkarte

Für besonderes informativ halte ich die statistischen Funktionen am Ende der Seite. Hier lässt sich sehen, dass Continue reading

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Kiva-Gründerin Jessica Jackley hält Video-Vortrag bei TED-Konferenz

Die TED-Konferenzen (TED-Portalseite, Wikipedia-Eintrag) und die daraus resultierenden Video-Vorträge kann man nicht oft genug empfehlen. Wir wollen uns in diesem Blog jedoch auf Mikrokredite im weiteren und das Projekt KIVA im engeren Sinne konzentrieren. Deswegen an dieser Stelle der Verweis auf einen relativ frischen Vortrag mit dem Titel “Poverty, Money and Love”, den Jessica Jackley im Oktober 2010 auf der TEDGlobal-Konferenz im englischen Oxford gehalten hat. Jessica (Dozentenseite) hat mit Matt Flannery das Projekt KIVA gegründet und erzählt in den 18 Minuten und 34 Sekunden von der Anfangsidee und den ersten Schritten sowie ihrer persönlichen Motivation. Das Video lässt sich entweder hier eingebunden ansehen oder über den oberen Link direkt auf der TED-Seite.

Das Video ist in englischer Sprache. Auf der TED-Seite lassen sich zwar Untertitel in mehreren Sprachen einblenden allerdings soweit ich es sehe zurzeit noch keine deutschen. Es gibt allerdings einen Trick für deutsche Muttersprachler: Auf der TED-Seite gibt es rechts mittig einen Menüpunkt namens “Open interactive transcript”. Hier lässt sich der gesamte Text des Vortrages als Text heraus kopieren und mit Google-Translate in annehmbarer Qualität zum eigenen Verständnis übersetzen.

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Es geht los!

Ich mag KIVA. Das ist mein Antrieb, um diesen Blog zu starten. Wenn ich damit auch nur ein kleines bisschen dazu beitragen kann, dass KIVA im deutschsprachigen Internet bekannter wird, habe ich mein Ziel erreicht. Wenn ihr also zufällig oder absichtlich hier gelandet seit und euch diese Inhalte zumindest motiviert haben, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen, dann hinterlasst gerne einen Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht. Denn jedes noch so kurze Feedback wird mich zusätzlich motivieren und je größer meine Motivation, um so mehr Zeit kann ich mir nehmen, hier mit Artikeln, Links und Tipps das Thema zu begleiten. Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass das hier keine Rumpfseite mit fünf Links zu KIVA ist, sondern dass ich mit selbstrecherchierten Beiträgen und Interviews einen echten Mehrwert bieten kann. Ihr selbst werdet bewerten können, inwiefern ich meinem eigenen Anspruch gerecht werden konnte, sobald ihr im Laufe der nächsten Wochen und Monate auf diesem Blog vorbeischaut.

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